Samstag 26. Juli 2008 Zwischenbericht 26.7.08
Von: F.V.D. Christian RummelEine Woche ist nun wieder vergangen und wir Wandergesellen und Compagnons arbeiten, leben und feiern gemeinsam.Unsere beiden schweizer Schmiede arbeiten gerade an einer Vergitterung fuer das grosse Fenster in der Herberge, um potenziellen Einbrechern Einhalt zu gebieten und schmieden Werkzeuge für uns.
Ausserdem fand auch ein Erfahrungsaustausch mit einem in Sibiu ansässigen Schmied statt, von dem in Zukunft möglicherweise beide Seiten profitieren werden.Auch unser Kupferschmied aus Frankreich verwendet gerade sein ganzes Können, um aufwendig geschmiedete Rosen herzustellen.
Die Zimmerleute sind momentan noch mit dem Abbund des Pavillions beschäftigt und die Tischler realisierten die Verlängerung der Küchenzeile in der Herberge, Deckenverkleidungen in Bad und Küche sowie eine eingestemmte Treppe für das Dachgeschoss. Im gleichen Zuge wurden in der Schauwerkstatt Fenster und Türen für die Casa Calfelor restauriert und Tische für Don Titi, den Wirt unserer Stammkneipe gebaut.
Ilka, unsere Schneiderin macht sich, nachdem sie diverse Gesellenhosen noch einmal vor dem endgültigen Zerfall rettete, ans Anfertigen von traditionellen Gewändern, deren Erlös nach dem Verkauf der Herberge zugute kommen soll.
Die Steinmetze arbeiten weiterhin an der Instandsetzung des Portals der evangelischen Kirche gegenüber der Herberge und einer Drachenskulptur als Haupt für unseren Nagelbalken, in den jeder durchgereiste Geselle seinen selbstgeschmiedeten Nagel reindonnert.
Gestern waren auch das letzte mal die rumänischen Berufsschüler mit uns in der Schauwerkstatt, denen wir dort Grundkenntnisse aus allen Berufen vermittelten.
Das Projekt mit den Schülern war für alle jedenfalls eine grosse Bereicherung, durch das vielleicht ja auch der eine oder andere von uns seine pädagogische Ader entdeckt hat und es wäre ein grosser Erfolg, wenn durch unsere Arbeit hier vor Ort eines Tages wieder einmal ein Rumäne oder ein Siebenbürger Sachse die Wanderschaft antreten wuerde.
Trotz der ganzen Arbeit finden wir natürlich immer wieder gerne die Zeit, um uns des Abends bei Don Titi einzufinden und letztes Wochenende waren wir bei Daniela, einer hier einheimisch gewordenen Wandergesellin in Marpod eingeladen, wo wir viele Stunden französische und deutsche Gesellenlieder in den Nachthimmel schallerten.

