Montag 01. Dezember 2008 Praktikumsbericht
Von: EDSeit diesem Jahr besteht zwischen dem Verein Casa Calfelor, der Förderung der Deutschen Gesellschft e.V. und verschiedenen Berufsschulen aus Sibiu eine Zusammenarbeit.
Nachdem im Sommer 2008 die ersten (nicht fachbezogenen) Berufsschüler bei verschiedenen Arbeiten für die Herberge und in der Schauwerkstatt mit einbezogen wurden, wollten wir diese Kooperation mit Auszubildenden aus dem Tischler- und Bauhandwerk vertiefen.
Vom 3. – 14. November 2008 haben die einheimische Tischlerin Daniela Greulich und der einheimische Zimmerer Ed Chmarsky den praktischen Unterricht in der Werkstatt der Grup Şcolar „Avram Iancu“ Sibiu für Tischler gestaltet. Mit zwei Berufsschullehrern und Anda Ghazawi als Übersetzerin wurden 20 Berufsschüler in zwei Gruppen im Umgang mit verschiedenen stationären und Handmaschinen, Handwerkszeug, Anreiß- und Ausarbeitungstechniken unterwiesen.
Die Berufsschüler befinden sich im dritten Ausbildungsjahr, haben aber bisher im praktischen Unterricht größtenteils mit Plattenwerkstoffen, selten mit Vollholz gearbeitet.
Gegenstand des Unterrichtes war die Herstellung eines kleinen Schränkchens aus Ahornholz. Die Eckverbindungen sollten mit Schwalbenschwanzzinken ausgeführt werden, es sollte einen mobilen und einen festen Fachboden beinhalten und mit einer eingefalzten Rückwand ausgestatttet werden. Lehrinhalt des Unterrichtes war die Vermittlung der Arbeitsschritte von der Planung bis zur Fertigstellung:
- Zeichnung / Materialliste herstellen
- Holzauswahl
- Zuschnitt und Bearbeitung zum Verleimen
- Verleimen
- Abrichten und Endmassbearbeitung (Hobeln) zum Anreißen
- Anreißen und Ausarbeitung der Verbindungen
- Zusammmensetzten der einzelnen Teile; evtl. Nachbearbeitung
- Fälzen der Seitenteile + oberer und unterer Teil
- Zuschnitt der Fachböden auf das Endmaß
- Anreißen / Ausarbeitung der Bohrlöcher für den festen Fachboden, übertragen auf die Seitenteile des Schränkchens
- Anreißen / Ausarbeitung der Löcher für den mobilen Fachboden
- Schleifen aller innenliegenden Flächen und der beiden Fahböden
- Verleimen der gezinkten Teile und des festen Fachbodens (gedübelt)
- Zuschnitt der Rückwand, Einpassen, evtl. Nacharbeiten
- Nachbearbeitung des Korpus, überstehende Zinken nachschleifen, außenliegende Flächen schleifen, wässern, nachschleifen, evtl. Wiederholen bis zum Endschleif (von 80er bis 180er Körnung)
- Lackieren oder Ölen des Schränkchens, des mobilen Fachbodens und der Innenseite der Rückwand
- Bei Lackieren, nach dem Trocknen anschleifen und wieder lackieren (Abeitsschritte 3x wiederholen)
- Einsetzen und Befestigen der Rückwand
Vor Beginn der praktischen Arbeit sind wir mit den Schülern die Zeichnung und die Detailpunkte, wie Fachböden (der mobile sollte 1 cm zurückstehen) oder den umlaufenden Falz für die Rückwand durchgegangen und haben offene Fragen beantwortet.
Nach den ersten Tagen, in denen wir die Schüler besser kennen lernen konnten, zeigte sich auch auf welchen Schüler man intensiver eingehen musste und wer relativ selbstständig arbeiten konnte.
Schüler, die recht zügig mit ihren Arbeiten vorankamen und die Arbeitsschritte verstanden haben, wurden auch damit beschäftigt, anderen Schülern bei Nachfragen oder Arbeitsschritten (z.B. Anreißen der Zinken etc.) zur Hand zu gehen. Für uns ein sehr positiver Aspekt, wer die Materie verinnnerlicht hat und fachlich weitergeben kann.
Daniela und ich können nach den ersten zwei Wochen ein positives Resüme ziehen und freuen uns auf eine weitere Zusammmenarbeit mit der Schule, den Lehrern und den Schülern, die noch in diesem Jahr weitergehen soll. Weitere Praktikumswochen im kommenden Jahr sind geplant.




