Donnerstag 09. Juli 2009 Über den Versuch sich mit dem Original zu messen!

Von: Christian Woelbeling
Mit versammelter Mannschaft vor der Tuer

Mit versammelter Mannschaft vor der Tuer

Ach ja, das wunderschoene Sibiu...

Der Kenner erkennt's sofort!

Über den Versuch sich mit dem Original zu messen!

Eine der größten Herausforderungen für jedes Land nach einem Rumänienaufenthalt ist sich mit der einheimischen Küche zu messen. Osteuropa im ganzen verfügt über eine ausgeprägte Esskultur. Mein rumänisches Highlight von Anfang an, ich hätte es selbst kaum glauben können, war die Pansensuppe. Egal ob auf nüchternen Magen, nach einer durchzechten Nacht oder zum Abschluss eines erfolgreichen Arbeitstages. Eine Pansensuppe, ein Ciorbă de Burtă, passt immer!

Sowie ich einst auf den Geschmack gekommen bin, probierte ich in ganz Rumänien, im Norden im Osten, im Süden im Westen, diese Spezialität. Und es ging weiter, denn auch in Ländern wie Bulgarien, Griechenland oder Zypern wird sie zubereitet. Immer auf eine spezielle Art und ich musste mir ehrlich jedes Mal eingestehen, wie in Sibiu schmeckt doch keine. Aber um niemals das Wörtchen nie zu verwenden, wusste ich, irgendwo auf dieser Welt musste dieser Geschmack nochmal auf mich warten. Et voilà! In Vancouver, Kanada, spazierte ich an einem wunderbaren Sonntag eine vielbefahrene Avenue mit dem Namen Broadway entlang. Und was fiel mir in die Augen? Ein Restaurantausleger mit der Aufschrift: “Transylvania Flavour“.

Na nu aber mal Halt, dachte ich und versuchte durch die Scheiben zu linsen. Doch nichts bewegte sich. Ha! Die Adresse is gemerkt. Jetzt musste ich nur noch meine Reisekameradin überreden, mit mir hier essen zu gehen. Und das war überhaupt kein Problem, denn auch sie ist ein Fan rumänischer Küche, nachdem sie in Axente Sever das vergnügen hatte, von Mama Ilse bekocht zu werden! So kehrten wir eine Woche später an einem warmen Sommerabend ins “Transylvania Flavour“ ein. Es war ruhig, der Gastwirt begrüsste uns mit offenen Armen und Bilder von Sibiu und Sigisoara zierten die Wände. Wunderbar, zu Hause: “gibt’s Ursus?“ Datt gab’s leider nicht, wie auch keine PET Flaschen in denen sich brennbares befindet. Aber, und das ist viel wichtiger, es gab Ciorbă de Burtă! In Englisch heißt sie: Tripe soup. Und was soll ich sagen ausser: sie war der Hammer!!! Die transylvanische Küche bleibt eben transylvanisch. Denn unser Gastwirt und sein Sohn sind beide aus Sibiu! Auf die Frage ob sie denn das Restaurant kennen, in dem in Sibiu die beste Ciorbă serviert wird, sagte der Gastwirt nur: als er das letzte Mal in Rumänien gewesen ist, gab es dieses Restaurant noch nicht. Da hinter dem Cibin… Was haben wir für ein Schwein, dachte ich!

Wir können nur hoffen, das beide eines Tages die Chance haben es zu besuchen und das es noch lange, lange lebe!

Poftă Buna!