Sonntag 12. Juli 2009 Reise Marseille-Sibiu
Von: KlimBimAm Sonntag, dem 26. Juni, versammelte sich in Marseille unsere kleine Reisegruppe bestehend aus der Goldschmiedin Angela, dem Tischler Pascal und dem Klavierbauer Stefan – allesamt deutsche Wandergesellen – sowie den französischen Compagnons Julien, Tischler, und Yannick, Kunsttischler. Nachdem wir den Abend dazu genutzt hatten, uns gegenseitig kennenzulernen, fuhr uns Guillaume, ein Praktikant der Fédération, zu einer Tankstelle auf die Straße Richtung Osten.
Nachdem wir eine ganze Stunde lang nicht vom Fleck kamen, entschieden wir uns dazu, uns in zwei Gruppen aufzuteilen: Angela und Yannick machten sich als erste auf den Weg, gefolgt von Pascal, Stefan und Julien, die eine halbe Stunde später ebenfalls eine Mitfahrgelegenheit gefunden hatten. Wie es unter den deutschen Wandergesellen so üblich ist, sollte der nächste Treffpunkt die erste Kneipe rechts vom Rathaus der italienischen Stadt Imperia sein.
Die erste Etappe führte uns an einen Kreisverkehr in Aix-en-Provence in Richtung Nizza. Ganze vier Stunden saßen wir dort in brütender Hitze fest, bevor wir beschlossen, unsere Reise zu Fuß auf den Bundesstraßen fortzusetzen. Es war schon fast dunkel, als auf einer kleinen Landstraße ein Wohnmobil neben uns hielt und die Fahrerin uns vorschlug, uns bis zur slowenischen Grenze mitzunehmen. Allerdings waren wir ja in Imperia in Italien mit der anderen Gruppe verabredet, die uns vielleicht schon erwartete. Freundlicherweise machte sie daraufhin extra unseretwegen einen Umweg, um uns dort am Rathaus abzusetzen. Angela und Yannick warteten tatsächlich bereits auf uns.
Da sich das Trampen in Italien äußerst schwierig gestaltete, haben wir uns dazu entschlossen, kostenlos mit dem Zug zu fahren. Der Kontrolleur hat uns allerdings bald erwischt und so mussten wir am nächsten Bahnhof aussteigen. Von dort nahmen wir dann einen Zug nach Savona, wobei wir dem Schaffner diesmal gleich das Ziel unserer Reise erklärten.
Gegessen und geschlafen haben wir in dieser Nacht am Strand.
Am 1. Juli trampten wir nach dem Früstück weiter. In den engen Gassen von Albissola wurden wir alle fünf von Paolo, einem Keramikkünstler, zum Essen und zum Besuch in seinem Atelier eingeladen. Anschließend setzte er uns an einer Mautstelle ab, wo wir neue Gruppen bildeten. Stefan, Pascal und Yannick brachen als erste auf, gefolgt von Angela und Julien. Nächster Treffpunkt war Ljubljana in Slowenien. Nachdem wir uns durch Zufall an einer Raststätte wiedertrafen, machten sich beide Gruppen zusammen auf den Weg nach Mailand. Von dort aus stieg die eine Gruppe in den Zug nach Venedig, um die Gelegenheit einer Stadtbesichtigung wahrzunehmen, während die andere Gruppe nach einer Nacht auf einem Rasthof dank vier Mitfahrgelegenheiten bereits am Abend des 2. Julis Ljubljana erreichten. In der wunderschönen Hautpstadt Sloweniens fand gerade ein Theaterfestival statt und da Pascal, Stefan und Yannick nicht wie verabredet am Rathaus waren, machten wir anderen einen Stadtrundgang und schliefen anschließend in einem Park.
Am 3. Juli war von der zweiten Gruppe immer noch nichts zu sehen. Dafür lernten wir zwei Typen kennen, die uns mit zu einem von Künstlern besetzten Haus nahmen. Als wir wieder zum Rathaus zurückkamen, saß die andere Gruppe gemütlich in einer Kneipe. Wir nahmen sie mit zum besetzen Haus, wo wir die Nacht verbrachten, bevor wir am nächsten Tag in Richtung Zagreb in Kroatien aufbrachen. Am 4. Juli verließ uns Angela, da sie einige Dinge in Deutschland zu erledigen hatte, Julien und Stefan schliefen in einem verlassenen Auto und Yannick und Pascal trampten weiter bis zur kroatischen Hauptstadt. Dort mussten sie dann die ganze Nacht und den ganzen nächsten Tag auf die anderen zwei warten.
Per Nachtzug fuhren wir dann alle gemeinsam nach Belgrad in Serbien und von da aus mit dem Bus bis zur rumänischen Grenze. Das Trampen in Rumänien war kein Problem und so erreichten wir Sibiu noch in derselben Nacht. Natürlich klingelten wir erstmal alle Bewohner der Herberge kräftig aus dem Bett, um unsere Anreise zu feiern.




