mardi 20. mai 2008 [Translate to French:] Reisebericht aus Rumänien

Auteur : FFBChristian

[Translate to French:] ANNO 2007

[Translate to French:] Als mein Reisekamerad und ich das erste Mal rumänischen Boden betraten, waren wir voller Vorfreude. Prompt hielt zehn Meter hinter der Grenze ein Wagen an, der uns mitnehmen wollte, ohne dass wir begonnen hatten zu trampen! Im Vorfeld wurde uns Skepsis empfohlen, "gegenüber Angeboten, die auf uns zukommen". Wir stiegen ein und fuhren bis zur nächsten Tankstelle, wo der Fahrer dann Geld für den Tank verlangte. Ein Heiermann war sein und wir entschlossen, uns nach einer anderen Mitfahrgelegenheit umzuschauen. Ich erinnere mich noch genau, dass diese ersten Eindrücke sehr aufreibend waren, weil wir die rumänische Sprache nicht kannten, noch die landestypischen Verhaltensarten. Mit den nächsten Autos ging es auch besser und wir erfuhren bald, dass es Gang und Gebe in Rumänien ist, dem Fahrer beim Trampen etwas Geld zu geben.

Auf dem Weg nach Siebenbürgen durchfuhren wir endlose Landschaften, die von Hügeln durchzogen und von sehr viel Wald bewachsen waren. Auch sahen wir Felder und kleine Dörfer, die alle alt und von ihren Farben her ganz anders waren, als die Farben der Dörfer in Deutschland. In meiner Erinnerung kann ich diese Empfindung noch mit den Worten "lebhafter, lebendiger und lebensfroher" verstärken, um damit das Gefühl beim Anblick der Dörfer zu umschreiben. Auch wurde uns mit den ersten Eindrücken der Häuser und Strassen bewusst, das jene Perfektion und auch Präzision deutscher Lebensumstände, hier nicht zu erwarten wäre. Das war etwas, wonach wir uns manchmal sehnten.

Das heißt jedoch keineswegs, dass die Gewöhnung an die rumänische Lebensart leicht und schnell vonstatten ging. Im Gegenteil. Die ersten Arbeitswochen in Hermannstadt waren geprägt von der nervlichen Belastung, die mit der Unkonstanz und Langsamkeit geschehener Dinge im Hinblick auf zu erreichende Ziele kam. Darin liegt kein Vorwurf, denn einzig und allein wir und unsere westeuropäisch geprägte, brachial strebsame Lebensart und Herangehensweise an Aufgaben waren hier neu und mitnichten im Recht, diesen Lebensstil anzufechten.

Es sollten Wochen und bald Monate vergehen, und damit auch der Stress. "Es ist gut ein Ziel zu haben! Nur erreichst du es nicht heute, brauchst du nicht böse oder genervt sein. Denn so bleibt dir auch noch eines für den nächsten Tag." So oder ähnlich würde ich den Gedankensprung umschreiben, der sich in mir vollzog und das Bleiben hier angenehm machte.

Mehr und mehr blieb auch Zeit, neben der Arbeit Sitten und Gewohnheiten der Rumänen zu erleben und zu teilen. Es war für mich zum Beispiel ein Erlebnis wirklicher Neuentdeckung durch ein bepflanztes Feld zu laufen, das am Anfang den Anschein eines Maisfeldes machte, doch sich mit jedem Schritt mehr als ein Feld mit vielen Gemüsepflanzen entpuppte. Da wuchsen tatsächlich Bohnenpflanzen, Zucchinis und Kürbisse zwischen dem Mais und ich konnte mir gut vorstellen, welch Freude es bereiten muss, in einem Feld für mehrere Tage unterschiedliche Gemüsearten zu essen zu finden! Keine Monokultur. Wo gibt es das noch?

Auch war ich sehr beeindruckt von Brotbacköfen in den Dörfern, von ganzen Häusern aus Lehm, von den Pferdekutschen, die überall als Transportmittel für alles dienten und von Gemüse, dass auf alten Märkten gehandelt wurde und schmeckte, wie kein Gemüse je aus einem Supermarkt.

In den Städten dagegen sah es schon anders aus. Deutlich war in ihnen zu spüren, dass sich Werte und Wünsche der Menschen, vor allem die der jungen Generation Rumäniens, unseren westeuropäischen anpassen. Da ist wie bei uns ein Handy gefragter als ein Glas frischer Milch oder ein Strauß Blumen aus dem eigenen Garten, dem eigenen Stück Feld.

Vor Ort befindet sich noch viel Wissen und Tradition, die gelebt wird. Zunehmend auf sich beschränkt, hinter den eigenen vier Wänden. Da ist es doch eine wahre Freude, zu einer Zirkusvorführung der Nachbarskinder eingeladen zu werden!

Neben all den kulturellen Eigenheiten und Neuheiten war es allerdings auch die rumänische Art zu essen, die uns für sich gewinnen konnte. Zum Beispiel hätte ich niemals gedacht, dass es möglich ist eine Rinderpansensuppe zu essen. Bis ich die erste Ciorba de Burta aß. Danach aß ich sie, wo ich nur konnte! Allein die Ansicht, von einem geschlachteten Tier fast alles zu verwenden war etwas, das mich zum Nachdenken brachte. Das so erbrachte Bewusstsein ein Tier nicht nur wegen einer Lust zu töten, sondern es als Lebensgrundlage aufzuziehen und später zu verwerten, war für mich neu. Doch für diese Empfindung bin ich dankbar!

 

Zu guter Letzt komme ich nicht drum herum, meine Bedenken über den einziehenden globalen Kapitalismus, sowie auch die Richtlinien der EU, die bald das Leben der Rumänen, vor allem von denen in den Dörfern umkrempeln wird, kundzutun. Es wird dann nicht mehr selbst geschlachtet und die Zeit von Hybridsamen und genmanipulierter Superauberginen wird Einzug ins Land erhalten. Wieder wird etwas unserer Vergangenheit an Können und Wissen für alle Zeit verschwinden. Zurück bleibt die Erinnerung an ein Rumänien, das wie kein anderes Land zuvor für mich den Ursprung des menschlichen Lebens verkörperte. Etwas, wonach ein entwurzelter Stadtmensch in seinem Leben fragt…


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